Felix Gönnert

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Begründung

(...) Neben der professionellen technischen Umsetzung brilliert „Lucia“ als filmische Einzelleistung durch stilistische Konsequenz und narrative Sensibilität. Felix Gönnert kreiert mit Lucia die Figur eines kranken Mädchens, das sich eine Fantasiewelt erschafft, in der sich ihr Schmerz und ihre Angst wiederspiegeln. Beachtenswert ist die bewußte Thematisierung von Schmerz und Krankheit – gesellschaftliche Themen, die vor Kindern oft tabuisiert werden. Die kleine Protagonistin entwickelt mittels ihrer Fantasie Verständnis sowie Akzeptanz für ihre Krankheit – eine filmische Lösung, welche dazu aufruft, Kindern mehr zuzutrauen und sie nicht vor Problemen abzuschirmen. Diese visuell formulierte Aufforderung kulminiert im Ende der Geschichte, welches Lucia als gestärkte Persönlichkeit hervorgehen lässt. Die inszenatorische Umsetzung besticht durch die Wahrung der Balance zwischen Andeutungen und Aussparungen, die Lucias Angst fühlbar macht, ohne sich in medizinischen Details zu verlieren. Sensibel eingesetzte Musik untermalt eine visuell individuelle Bildsprache, die keine Dialoge braucht, um uns Lucias Welt ans Herz wachsen zu lassen. Eine Welt, in der Realität und Imagination verschwimmen und so einen Raum eröffnen für die Fantasie von Kindern. Eine Fantasie, die – wie uns „Lucia“ zeigt – als Mittel der Konfliktbewältigung Bestand hat.